Erlagschein-Abzocke „Allgemeine Gewerbeverwaltung“

Scan eines OffertesWieder mal eine Abzocke im Bereich Erlagscheinwerbung. Bei Annahme des Offerts für die

Allgemeine Gewerbeverwaltung
Industrie- und Handelsveröffentlichungen

erhält man um EUR 543,83 eine Eintragung auf der Website des deutschen Anbieters „AGV Allgemeine Gewerbeverwaltung e.K.“ (Bellermannstraße 93, 13357 Berlin). Die Website hat – wie bei solchen Erlagschein-Abzocken üblich – einen Google PageRank von 0 und auch sonst keinerlei Bekanntheit. Die Website strotzt vor Darstellungsfehlern und fehlenden Bildern. Das Schreiben langte per Post ein, wirkt einigermaßen „offiziell“ und enthält auch einen Auszug der letzten Veröffentlichung des eigenen Unternehmens im Firmenbuch. Damit soll ein Zusammenhang mit der verpflichtenden, aber viel billigeren Veröffentlichung in der Wiener Zeitung suggeriert werden.

Also Finger weg und in den Papierkorb damit. Wahlweise lässt sich die Rückseite auch als Notizzettel benutzen.

Kommentare

  • ACHTUNG! Diese Firma ist nun auch unter dem Namen ZPMR – Zentrales Patent und Markenregister tätig!! Gleiche Masche, ähnlich ( schlechte) Homepage. Auf keinen Fall einzahlen, es handelt sich hierbei um eine pure Abzocke.

  • @JOM: Hallo, habe bereits den zweiten Brief dieser Art bekommen, die erste Firma hatte zumindest eine Homepage (absolut grottenschlecht) und dieser GDR ist jetzt die zweite Firma die sich gemeldet hat. An Anfang bin ich auch etwas erschrocken mit den EUR 489.- weil man ja nicht gleich von solchen Betrügereien ausgeht, aber hinsehen, nachforschen und evtl. am Patentamt nachfragen schafft da ja Abhilfe! Bin auch Erfinder und hatte bis dato eigentlich noch keine solche Schreiben erhalten. Doch anscheinend ist man über meine letzte Veröffentlichungen auch auf mich gestoßen. Auch arg oder?

  • Normalerweise holen sich diese Firmen die Daten vom Firmenbuch. Eröffnet man eine Firma oder macht man eine Umgründung, kommen diese Briefe oft vor der offiziellen Post. Und in dieser Phase sind Unternehmer besonders anfällig für Fehlgriffe, weil sie einerseits auf solche Post warten (zB von der Wiener Zeitung) und andererseits auch noch weniger Erfahrung haben.

  • Auch ich als Erfinder habe gestern so einen Erlagschein vom Fischhof über 489 Euronen bekommen. zuerst hat es mich fast vom Sessel gehauen bei dem hohen Betrag. Beim genaueren Hinsehen war mir allerdings sofort klar: Abzocke. Wie die zu meinen Daten gekommen sind ist mir schleierhaft.

  • Ich hab in den letzten 2 Wochen gleich 2 Briefchen dieser Scheinfirma, getartn als Patent- und Markenregister –

    glücklicherweise sind mir die Schreiben vom Österreichischen Patentamt bekannt.

    Ich finde, das fällt unter Vortäuschung falscher Tatsachen usw usf und gehört strafrechtlich verfolgt!!!!

    Meldung an den Konsumentenschutz…
    Katharina

  • Auch bei mir sind heute gleich zwei Erlagscheine über je 489 Euro eingegangen.
    Sie kamen mir gleich sehr eigenartig vor. Als ich mir dann noch die Website ansah, war es klar, dass es sich um Abzocke handelt. Ich rief dann noch am, aber nur um zu erfahren, dass die Firma unbekannt umgezogen sei.
    Warum kann so eine linke Firma in unserem Land existieren? Warum legt sie niemand still?
    Alles ist von der Politk so „gut“ und „genau“ geregelt, und was ist hiermit?
    Friedrich

  • Ein schöner Erlagschein von über € 489,– ist heute auch in meiner Firma eingelangt.
    Fa. GDR sei umgezogen, heißt es, doch wo, konnte nicht beauskunftet werden. warum wohl? 🙂

  • Ebenso heute einen Erlagschein bekommen, lt. telefonischer Auskunft ist die Firma seit Anfang März nicht mehr im Fischof 3/6 / Office, sondern umgezogen. Übrigens wurde hier die Überweisung auf ein österreichisches Konto erbeten, Ö Kontonummer sowie Ö Bankleitzahl.
    Hätte ja gerne eingezahlt aber leider telefonisch für Rückfragen niemanden erreicht :))

  • Habe auch einen Erlagschein bekommen mit € 489,00 vom GDR – Gewerbedatenregister Fischhof 3/6, 1010 WIen

  • Die GDR-Gewerbe-Register e.K also eingetragener Kaufmann hat in Österreich trotz Firmenadresse keinen Gewerbeschein und kann auch als Firma so in Deutschland nicht eigetraen sein, da e.K für eingetragenen Kaufmann als Einzelunternehmer steht und eine Phantasiebezeichnung sohin nicht zulässig ist.

  • Habe auch gerade einen Brief für die Veröffentlichung des Jahresabschlusses über 543,83€.

    Diesen Firmen sollte aber der Zugang zur Firmenbucheinsicht verwehrt werden. Das Problem wird nur sein, dass diese binnen mehrerer Wochen ihren Namen und Struktur derart verändern, dass man sie schwer verfolgen kann.

  • Heute auch bei meiner Firma eingelangt, plus einem weiteren Brief vom GDR-Gewerbe-Daten-Register in 1010 Fischhof 3/6 (ebenfalls ein Office Center) – die sind nur ein bißl billiger: „nur“ 497,–.
    Die Allgemeine Gewerbeverwaltung hat übrigens ihren Firmensitz in Berlin, sie verlangt ja auch die Überweisung auf ein deutsches Konto (brav mit IBAN und BIC)!
    Man faßt es nicht, dass es offensichtlich immer noch Firmen/Menschen gibt, die auf so etwas reinfallen!

  • @Chris: Genau, ganz toll.

    Ich habe heute gerade wieder eine Zuschrift erhalten. Der Preis ist immerhin gleich geblieben 🙂

  • Die Allgemeine Gewerbeverwaltung gibt als Adresse die Simmeringer Hauptstraße 24 in 1110 Wien an, ein Bürogebäude namens Cityport11 Business Space, im Besitz der BENA Business Space GmbH mit Sitz ebendort.
    Dieses Unternehmen vermietet Büros, Konferenzräume und „virtual offices“, also quasi eine Anschrift für Briefkastenfirmen wie die deutsche Allgemeine Gewerbeverwaltung.
    Nett, oder?

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