2. Internet Marketing Summit (IMS)

Auch dieses Jahr war der von Andreas Greiner (AIM) veranstaltete Event wieder eine coole Sache. Am 7. Mai 2010 fanden sich rund 30 Publisher im Zieltraffic-Office zusammen um über Online Marketing zu philosophieren. Wie schon bei der ersten Auflage im Vorjahr bestand der Reiz der Veranstaltung aus der Kombination von interessanten Referaten und lockeren Gesprächen zwischen den Teilnehmern. Die von den Sponsoren Zieltraffic und Partner Cash beigestellten Speisen und Getränke waren natürlich eine große Hilfe :). Spannend war auch der Mix der Teilnehmer aus haupt- und nebenberuflichen Publishern mit Schwerpunkten auf verschiedensten Themen.

Die Vorträge

Johannes Öhlböck zeigte auf, worauf es bei Verkauf oder Akquisition von Internet Projekten ankommt. Nämlich auf überlegtes Handeln – nicht von vorgeblich tollen Angeboten aus der Reserve locken lassen und leichtfertig Zugeständnisse machen. Auf die genaue Auflistung aller für das Projekt relevanten Merkmale wie Domains, Server, Quellcode, Datenbanken, Copyrights, Content oder der Supportbereitschaft nach der Transaktion. Besonderes Augenmerk gilt auch der Abwicklung der Geldtransfers – Zug um Zug mit der Übergabe des Kaufobjekts.

Marcel Nicka von Zieltraffic lieferte Lösungsansätze und Praxisbeispiele zur Beantwortung der wichtigen Frage, ob verschieden Online Marketing Kanäle einander beeinflussen. Diese Wechselwirkungen können mittels Meta Trackings bzw. Cross-Channel Trackings erfasst und analysiert werden. Beim Meta Tracking ersetzt ein einziger (Meta-)Pixel auf der Landing-Page alle anderen Zählpixel. Diese werden dann erst über ein zusätzliches Redirect durch den Meta Pixel ausgelöst. Dadurch wird die Last-Cookie-Problematik vermieden und es kann der genaue Weg bis zur Conversion an einer Stelle nachvollzogen werden. Theoretisch wären mit dieser Methode auch gesplittete CPX-Modelle möglich. Dabei würde die Provision an alle beteiligten Kanäle ausbezahlt werden. Vorausgesetzt es finden sich plausible Bewertungsrichtlinien und es herrscht uneingeschränktes Vertrauen gegenüber dem Tracking-Anbieter.

Michael Kohlfürst erklärte in witziger Weise die Google Webmaster-Tools. Obwohl vermutlich allen bekannt, war der Vortrag durch viele Praxistipps doch sehr kurzweilig. Vor allem seit dem letzten Update kann den Webmaster Tools viel wertvolle Information über die Performance eines Internet-Projekts entnommen werden. Weiterhin tricky bleibt das Thema Site-Links. Ein Vorschlag ist nicht möglich, nur durch den Ausschluss automatisch gewählter Optionen sind Änderungen möglich.

Nicole Rinne, Pressesprecherin des österreichischen Erotik-Anbieters Partnercash, referierte über die Möglichkeiten und das Potential von Social Media. Dabei legte sie besonderen Wert auf die Tatsache, dass Social Media nicht nur aus Facebool und Twitter besteht. Angefangen vom eigenen Blog über Foren, Social Bookmark-Tools, Chat-Portale, Artikelverzeichnisse, Foto-Communities und vielem mehr ist der Social Media Channel ein weites Feld mit allerdings sehr speziellen Regeln. Ob man den Sprung in dieses Gewässer wagt sollte gut überlegt sein. Nachrichten verbreiten sich unter Umständen verdammt schnell und Zurückrudern ist dann nicht immer möglich. Schnelligkeit und Offenheit sind wichtige Einflussgrößen für den Erfolg. Nicht jeder Social Media Channel eignet sich für jede Branche. Aber selbst im tabuisierten Erotik-Bereich finden sich bekennende Follower, wenn die Sache gut gemacht wird.

Michael Schwarz über Google Penalties beim 2. Internet Marketing Summit

Michael Schwarz von Improove

 Auf naturgemäß viel Interesse stieß der Überraschungsvortrag von Michael Schwarz (Improove). Als ehemaliger Google Mitarbeiter war er im Search Quality Team (SQE) zuständig für Penalties und Verbesserungen der Suche im deutschen Sprachraum. Er räumte mit gängigen Vorurteilen auf. Hier ein paar Auszüge: Analytics-, Toolbar-, Gmail- und AdSense-Daten fließen laut seiner Aussage nicht in den Search-Algo ein. Sehr wohl aber die Absprung-Rate, also das sofortige Zurückspringen von der angeklickten Website in die Suchergebnisseiten (SERPS). Sehr viele Websites werden manuell überprüft. Ähnlich gelagerte Fälle werden mittels kleiner Routinen aufgespürt und ebenfalls überprüft. Wenn alles zu 100% passt, fließen diese Daten in den allgemeinen Agorithmus ein. Manuell vergeben Penalties bleiben bis zur manuellen Aufhebeung in Kraft. Crawler-basierte können nach erfolgreicher Verbesserung der Seite automatisch wieder verschwinden. Es gibt viele Abstufungen an Penalties, nicht alle sind für User zu erkennen. Fazit: (Eigener) Content ist King und User müssen einen Mehrwert erhalten. Soweit nichts Neues. Aber der Vortrag ließ einen glauben, dass es tatsächlich so ist.

Der Abend

Dank der Sponsoren klang der Abend nach vielen weiteren Diskussionen in einer nahegelegenen Pizzeria wunderbar aus. Die Themen wurden mit zunehmender Dauer des Abends zwar nicht seriöser, blieben aber stets sehr interessant…

Bleibt mir nur mich nochmals bei allen für den Tag zu bedanken und zu hoffen, dass Andreas sich im kommenden Jahr wieder zu dieser Veranstaltung motivieren kann!

Hinterlasse ein Kommentar auf Pfaller.cc!

(*) Pflichtfeld