Achte auf das Design

Dieser Artikel ist Teil der Serie Shop-Optimierung.

Vor allem in Geschäftsfeldern mit viel Konkurrenz ist das Design oft die einzige Möglichkeit für ein Alleinstellungsmerkmal. Es bietet die perfekte Möglichkeit, sein Angebot abzuheben und die Usability zu verbessern. Allerdings kann das Design auch ein enormer Kostentreiber sein. Speziell bei Open Source Shops ist der Unterschied zwischen einer Standardinstallation und einer total individualisierten Variante riesig. Bevor es ans designen geht, gilt es daher verschiedene Aspekte zu beachten.

Logo & Coporate Design

Gibt es bereits ein CD? Dann her damit! Es bildet den perfekten Ausgangspunkt für die Designarbeit. Fehlt ein Corporate Design, so ist seine Definition die erste Aufgabe. Auch wenn ein Online Shop der erste Anwendungsfall sein kann, so muss es trotzdem möglich sein, das CD später auch auf andere Bereiche zu übertragen. Kaum ein erfolgreicher Shop wird mittelfristig ohne Dinge wie Briefpapier, Kuvert, Etiketten, Klebeband, Verpackungsmaterial, Beilegezettel, Visitenkarten oder auch Werbebanner auskommen. Und am Ende soll ja schließlich alle durchgestyled sein und einen professionellen Eindruck vermitteln.

Standard-Designs

Jedes Shop-System verfügt nach der Installation über mindestens ein Design („Theme„). Je nach System kann dieses auch durchaus ansprechend sein. Die Verwendung des Standard-Themes hat Vor und Nachteile:

Vorteile Standard-Theme

Da die Implementierung des Standard-Themes mit der Installation des Shops abgeschlossen ist und bestenfalls nur noch das Logo getauscht werden müsste, liegen die Hauptvorteile auf der Hand:

  • Kostengünstig, kein Mehraufwand
  • Extrem schnell
  • User finden sich schnell zurecht (bei weit verbreiteten Shop-Systemen)
  • Die Shop-Features sollten alle funktionieren
  • Der Shop bleibt updatefähig

Einen kleinen Wehrmutstropfen gibt es selbst bei dieser Grundinstallation: Impressum, AGB, Mailtexte usw. müssen trotzdem noch individualisiert werden. Auf die Standardtexte würde ich mich als verantwortlicher Shopbetreiber nie verlassen. Aber dieser Punkt spricht weder für noch gegen ein Design, er ist immer zu beachten.

Nachteile Standard-Theme

Lasse ich meinen Shop „so stehen“ wie er nach der Installation aussieht, verzichte ich bewusst auf die Möglichkeit, Usability und Layout als Alleinstellungs- oder zumindest Unterscheidungsmerkmal zu nutzen. Kaum wird mein Shop auch an mein Geschäftsfeld angepasst sein. Weder funktional noch grafisch. Zusätzlich besteht auch ein kleines Sicherheitsrisiko: Jeder (auch ein Roboter) erkennt sofort, welches Shopsystem im Einsatz ist und bekannte Sicherheitslücken könnten etwas leichter ausgenützt werden. Das technische System total zu maskieren ist aber auch bei den meisten Custom-Designs nicht üblich und teilweise aus Copyright-Gründen auch gar nicht möglich.

Im Zweifel würde ich nicht das Standard-Theme einsetzen. Eine Ausnahme wäre zB ein kleiner Shop für eine zB T-Shirtbestellung im Intranet eines Sportvereines.

Themes: Designs von der Stange

Eine beliebte Alternative und einer der großen Vorteile von Open Source Shopsystemen sind Themes, die frei oder gegen Bezahlung erhältlich sind. Erstellt von privaten UserInnen und Usern, von Screen Designern oder Online Agenturen werden sind sie meist in großer Zahl im Internet angeboten. Für Custom Themes ist immer eine Vorschau vorhanden. Nahezu für jeden Geschmack und Anwendungsfall sollten Themes verfügbar sein. Sollte man meinen. Hat man sehr genaue Vorstellungen, wird man trotzdem oft nicht glücklich. Das eine Theme kann alles, gefällt aber nicht, das nächste sieht toll aus, es fehlt aber ein wichtiges Feature usw. Ist man selbst Webdesigner oder hat einen zur Hand, bilden Custom-Themes oft das Ausgangsmaterial, von dem aus dann die eigenen Wünsche umgesetzt werden.

Einige Tipps zur Verwendung von Shop-Themes:

  • Immer alle Seitentypen ansehen/ausprobieren (Startseite, Suche, Kategorie, Produktdetail, Warenkorb …)
  • Auf die Kompatibilität achten: Welche Theme-Version passt zu welcher Shopversion? Unterstützt das Theme alle Shop-Features, die ich benötige?
  • Manche Themes sind sogar in mehreren Farbvarianten verfügbar
  • Rechtliche Aspekte: Darf ich das Theme weiterbearbeiten? Darf ich den Copyright-Hinweis entfernen?
  • Kosten: Wenn das Theme nicht zu 100% meinen Vorstellungen entspricht: Wer baut es um und was kostet das dann gesamt?

Auf der Suche nach Themes?

Am schnellsten hilft Google. Am besten nach Begriffen wie „Magento Themes„, „osCommerce Themes„, „xt:Commerce Themes„, „WordPress Themes“ suchen und dies bei Bedarf vielleicht noch um „free“, „kostenlos“ oder „gratis“ ergänzen. Bitte sehr genau auf die Rechtesituation bezüglich Copyright-Hinweis, kommerzieller Verwendung, Weiterverkauf oder Weiterbearbeitung achten.

Custom Design

Nun sind wir also in der Königsklasse des Shopdesings angekommen. Erlaubt ist, was gefällt. Die Technik fragen wir später. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Das Corporate Design wird perfekt umgesetzt und auch neue Designzugänge können entwickelt und umgesetzt werden. Für diesen Prozess muss im Projekt auch genügend Zeit eingeplant werden. Mehrer Durchläufe vom Konzept über Wireframes zu Klick-Dummys bis zum fertigen Design sind zumeist notwendig. Schon durch die Entwicklung eines Custom Designs kann eine Alleinstellung erreicht werden. Selbst wenn sich das Angebot des Shops sonst kaum von der Konkurrenz unterscheidet.

Usability vs. Design-Innovation

Diese Faktoren müssen nicht zwingend Gegensätze bilden. Um neue Wege zu gehen muss aber oft Bewährtes fallen gelassen werden. Manchmal hat es schon einen Grund, warum Dinge in vielen Projekten gleich aussehen oder sich an der gleichen Stelle befinden. Finden Kunden gelernte Muster vor, erleichtert dies die Bedienung des Online-Shops. Daher mein Rat: Das Abgehen von Normen und Gewohnheiten ist erlaubt, muss aber gut begründet werden. Designer sollten über Usability-Fragen sehr genau Bescheid wissen. Wenn sie sich dann für einen neuen Weg entscheiden und die Konsequezen berücksichtigen, kann etwas tolles, neues, entstehen.

Hunderte Prozent teurer?

Preislich können natürlich Welten zwischen der Umsetzung mittels Standard-Themes und Custom-Design liegen. Neben dem gesamten Designprozess müssen schließlich auch alle Templates im Shop an das neue Design angepasst werden. Und das können sehr viele sein. Daher kann das Design tatsächlich einer Vervielfachung des Preises für den Onlineshop bewirken. Muss aber nicht. Es hängt davon ab, wie sehr es sich am Layoutraster und den bestehenden Funktionen des technischen Systems orientiert.

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