Checkliste Gutscheine für Online-Shops

Eben erst bestätigt eine Studie von Ernst & Young, dass Gutscheine das häufigste Geschenk unter dem Weihnachtsbaum sind. 62% wollen Gutscheine schenken. Grund genug, sich das Thema auch bei Online-Shops anzusehen. Eigentlich sind Gutscheine ja ein alter Hut. Ein kurzer Blick in die Feature-List von Open Source Shop-Systemen bestätigt meist das Feature („Gutscheinmodul“). Alles paletti? Meistens nicht.

Wozu Gutscheine anbieten?

Bevor wir uns ansehen, worauf es bei der Konzeption eines Gutschein-Systems ankommt, beleuchten wir noch kurz die Vorteile von Gutscheinen.

Einfache Geschenke

Als Geschenke sind sie deshalb so beliebt, weil man nicht lange über Details nachdenken muss. Welchen Duft, welche Farbe, welche Größe, welche Ausstattung sollte man kaufen? Das soll der/die Beschenkte doch lieber gleich selbst entscheiden.

Keine Lieferzeit

Neben diesem offensichtlichen Vorteilen, die auch in Offline-Shops gelten, erfüllt der Gutschein in Online-Shops aber noch eine andere wichtige Funktion: Er verlängert den Einkaufszyklus vor wichtigen Ereignissen wie Weihnachten, Valentinstag oder Geburtstag bis zum Tag des Ereignisses. Üblicherweise reißt der Umsatz nämlich 3-4 Tage vor einem Ereignis wie Weihnachten fast total ab. Ursache ist der Postweg. Niemand bestellt etwas, wenn nicht sichergestellt ist, dass die Ware rechtzeitig eintrifft.

Umsatzentwicklung beim Einsatz von Gutscheinen in einem Online-Shop

Umsatzentwicklung beim Einsatz von Gutscheinen in einem Online-Shop

Einen Gutschein kann man aber im Idealfall gleich selbst ausdrucken und noch rechtzeitig unter den Christbaum legen. Daher sollte die E-Mail-Strategie auf jeden Fall eine Information über Gutscheine enthalten. Versand kurz vor Ende der rechtzeitigen Zustellung per Post.

Promo-Codes

Selbstverständlich eignen sich Gutscheine auch bestens für Promotionzwecke. Dabei werden Gutscheincodes (Promotioncodes) verteilt, die beim Kauf bestimmte Ermäßigungen bringen.

Gutschein-Checkliste

Es ist also eigentlich kein Frage ob wir Gutscheine in unserem Shop anbieten wollen. Es geht nur um das „wie“. Da dieses Thema bei der Shop-Konzeption regelmäßig vergessen/unterschätzt wird, hier ein paar Gedankenstützen:

# Frage Ja Nein Bemerkung
1 Ist eine Gutschein-Zustellung per Post möglich?                     Gutschein muss gedruckt/konfektioniert werden.
2 Ist ein sofortiger Download/Ausdruck des Gutscheins vorgesehen?      
3 Sind Personalisierungsoptionen wie ein individueller Text vorgesehen?      
4 Soll der Gutschein eine begrenzte Gültigkeit aufweisen?     Sonst gilt er in Österreich automatisch 30 Jahre.
5 Hat jeder Gutschein einen fixen Betrag?      
6 Kann der Betrag (auch) frei gewählt werden?      
7 Gibt es Gutscheine mit Prozentwert statt eines Betrags?      
8 Gelten die Guscheine für alle Waren(gruppen)?      
9 Gibt es ein Mindest-/Höchstbetrag für Gutscheine?     Ohne physische Zustellung erhöhte Betrugsgefahr.
10 Sind spezielle Aktionen geplant („Die ersten 100 Käufer erhalten …“)?      
11 Können mehrere Gutscheine auf einmal gekauft werden?      
12 Gelten die Gutscheine gleichzeitig auch in einem Offline-Shop?     Verhinderung der Mehrfacheinlösung komplizierter.
13 Kann ein Gutschein auch nur teilweise eingelöst werden?     Was passiert mit dem Restbetrag?
14 Können mehrere Gutscheine auf einmal eingelöst werden?      
15 Müssen die Gutscheine bestimmte Sicherheitsmerkmale aufweisen?     ZB: Fortlaufende Nummerierung könnte erraten werden.
16 Ist ein Warenwirtschaftssystem involviert?     Diese muss ebenfalls sämtliche Eventualitäten abbilden können.
17 Ist klar, wann im Kaufprozess der Gutscheincode eingegeben wird?     Auf der Landingpage, im Warenkorb, beim Checkout?
18 Soll der Gutscheincode auch im Print-Bereich eingesetzt werden?     Dort müsste derselbe Code für viele Kunden gelten.
19 Gibt es Gutscheine, die nur für Neukunden/Bestandskunden gelten?      
20 Werden Gutscheintransaktionen vom Web-Analytics-System erfasst?     Conversion-Tracking

Am besten diese Fragenliste sorgfältig durchgehen. Bei jedem „Ja“, müssen alle Konsequenzen durchgedacht werden. Speziell, wenn ein Warenwirtschaftssystem involviert ist und/oder es neben dem Online-Shop auch offline ein Store vorhanden ist, wird es anspruchsvoll. Auf jeden Fall müssne in diesem Fall Shopbetreiber, Webprogrammierer und ein Spezialist der Warenwirtschaft an einem Tisch sitzen.

Fertige Gutscheinmodule

Wer die Checkliste oben liest, ahnt vielleicht schon, dass das Vorhandensein eines Gutscheinmoduls noch nicht zwingend alle Probleme löst. Aber wenn klar ist, welche Features benötigt werden, können verfügbare Module rasch evaluiert werden. Bei LimeSoda hatte wir mit Gutscheinmodulen bei Magento, osCommerce oder xt:Commerce (Veyton 4.0) zu tun. Obwohl speziell bei Magento der Funktionsumfang schon beträchtlich ist, ging es bisher nie ohne Sonderprogrammierung. Manchmal waren die Implikationen bei der Warenwirtschaft so groß, dass auf das Modul gänzlich verzichtet werden musste. Aber wenn schon zu Projektbeginn alle Anforderungen am Tapet sind, lässt sich in der Regel auch alles lösen. Und wenn jemand einen kleinen stand-alone Shop plant und in der Checkliste viel mit Nein beantworten kann, wird es vermutlich auch keine Probleme geben. Aber besser man denkt vorher doch kurz über das Thema nach 🙂

Fehlt etwas in der Checkliste? Bitte posten!

Kommentare

  • Die Branche der Möbelvermietung berät sich dieses Jahr 2012 weider in München. Sollten Sie Interesse haben daran teilzunehmen nehmen sie mit uns kontakt auf. Danke für den möglich eintrag im voraus. viele Grüsse aus Schwabing. Ihr Team von http://www.Fusionrent.de

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